Exkursion nach Brüssel: Politik mit wenig Schlaf

„You are not allowed!“ – dieser Satz wurde wohl zum inoffiziellen Motto unserer Sozialwissenschafts-LK-Exkursion nach Brüssel, die uns passend zum EU-Thema im Lehrplan für vier spannende Tage in die belgische Hauptstadt führte. Schon am Mittwoch begann unsere Reise sehr früh. Um 3:30 Uhr klingelte der Wecker, und trotz der unmenschlichen Uhrzeit verlief die Hinfahrt mit dem Zug erstaunlich gut. Bei schönstem Wetter kamen wir in Brüssel an und machten uns direkt auf den Weg ins Parlament. Dort zeigte sich allerdings schnell, dass Politik mit sehr wenig Schlaf eine echte Herausforderung ist. Einige von uns kämpften mehr gegen das Einschlafen als mit den Inhalten der Vorträge.

Am Abend konnten wir dafür die Sonne vollumfänglich genießen und gemeinsam entspannen. Beim Italiener nahmen wir gefühlt das ganze Restaurant ein, was nicht nur für Aufmerksamkeit sorgte, sondern auch für einen sehr gelungenen ersten Abend.

Der Donnerstag begann deutlich entspannter. Ausschlafen, Schlaf nachholen und ein gemütliches Frühstück standen auf dem Programm. Danach hatten wir Freizeit, bevor es zur Europäische Kommission ging. Besonders legendär wurden an diesem Tag jedoch die Interviews nach unserem Vortrag in der Kommission, bei denen unsere Englischkenntnisse voll zur Geltung kamen. Oder zumindest versuchten wir es. Am Abend ging es dann hoch hinaus. In der Rooftopbar 58 genossen wir den beeindruckenden Ausblick über Brüssel, bevor wir anschließend noch gemeinsam Burger essen gingen. Spätestens dort war klar: Diese Fahrt hatte kulinarisch einiges zu bieten.

Der Freitag startete mit einer selbst geplanten Stadtführung – bei strahlendem Sonnenschein und 25 Grad. Unsere Route führte uns vorbei am Atomium, dem Rat der EU, dem königlichen Palast, dem Mont des Arts, dem Grande Place und natürlich auch zum berühmten Manneken Pis. Neben den Sehenswürdigkeiten sorgten auch lustige „Funfacts“ während der Führung immer wieder für Lacher. Selbstverständlich durfte auch der neuste Trend nicht fehlen: die Zahl 67, die sich im Laufe der Fahrt zu einem echten Insider entwickelte und plötzlich überall auftauchte. Nach etwas Freizeit ging es später noch in die Rooftopbar „The Beer Lab“, bevor wir den Abend ganz stilvoll mit einer Bowle ausklingen ließen.

Am Samstag stand noch einmal Freizeit auf dem Plan. Souvenirs wurden gekauft, belgische Spezialitäten eingepackt und die letzten Sonnenstrahlen genossen. Danach hieß es Aufbruch zum Bahnhof – pünktlich, wohlgemerkt – trotz der schwülen Hitze Brüssels. Doch natürlich wäre es keine Kursfahrt ohne ein kleines Drama zum Schluss: Unser Zug fiel aus. Kurzzeitig brach Panik aus, doch Frau Herling und Herr Vormweg blieben cool und regelten die Situation souverän, sodass am Ende doch noch alles gut lief.

Rückblickend war die Brüssel-Exkursion für unseren SoWi LK weit mehr als nur eine schulische Veranstaltung. Zwischen Parlament, Rooftopbars, Stadtführungen und Insidern wurde aus einer Bildungsfahrt vor allem eine Reise, die wir so schnell nicht vergessen werden.

Marie Bergsieker, Nina Cordes (Q1)