Am vergangenen Samstag wurden die Abiturientinnen und Abiturienten des Gymnasiums Maria Königin und des Städtischen Gymnasiums in Altenhundem gemeinsam feierlich verabschiedet. Es handelte sich fast ausschließlich um Schülerinnen und Schüler, die nach dem mittleren Schulabschluss als „Bündelungsjahrgang“ aus verschiedenen Gemeinden des Sauerlandes nach Altenhundem gewechselt waren, wo sie in den letzten drei Jahren gemeinsam von Lehrkräften beider Schulen unterrichtet wurden.
Nun hieß es also Abschiednehmen: 55 Schülerinnen und Schülern wurde das Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife überreicht. Von ihnen haben fünf Schülerinnen und Schüler eine Eins vor dem Komma. Jahrgangsbeste war Helene Etzler mit der Traumnote 1,0. Zwei weiteren Personen wurde der schulische Teil der Fachhochschulreife bescheinigt.

Um 9 Uhr hatte der Festtag mit einem Gottesdienst, vorbereitet vom Religionskurs der Jahrgangsstufe, in der Kirche Maria Königin begonnen. Luke Droste, Nico Püttmann und Melanie Glied blickten mit Emotionen und Dankbarkeit auf die vergangen Jahre zurück.

Sie erinnerten auch mit einer Schweigeminute und einem Lied an einen verstorbenen Mitschüler. Pfarrer Ludger Wollweber, Diakonin Stefanie Tielke und Ngavician Ramiqi für die muslimischen Schüler griffen das Symbol des Labyrinthes auf, das die Stufe als Motto gewählt hatte.

Die Abiturientin Sophie Pott (Gesang) und ihr Vater Torsten Pott (Orgel) begleiteten die Feier musikalisch. Mit dem Symbol des Pinguins wiesen Jonas Linn und Anni Berkowitz darauf hin, dass es darauf ankomme, die eigenen Stärken zu erkennen und zu einer eigenständigen Persönlichkeit zu reifen. Am Ende spendeten die Geistlichen allen den abrahamitischen Segen, der Islam und Christentum verbindet.

Die Feier wurde nach Abschluss des Gottesdienstes am Städtischen Gymnasium fortgesetzt. Nachdem Schulleiter Fabian Borys (MK) den emotionalen Auftakt während des vorausgegangenen Gottesdienstes gewürdigt hatte, stellte er gemeinsam mit Schulleiterin Birgitta Pieters (GymSL) das Abimotto „Labyrinth – Planlos ans Ziel“ ins Zentrum der Ausführungen.
Das Labyrinth als Ort der Prüfung, Herausforderung und Erkenntnis stehe symbolisch für die Erfahrungen dieses Jahrgangs. Die Kooperation der beiden Schulen und das Kennenlernen dieser Systeme habe die Schülerinnen und Schüler zu besonders flexiblen und eigenständigen Persönlichkeiten werden lassen. Diese Reife bilde nun eine Grundlage dafür, Verantwortung für das eigene Leben und die Gemeinschaft zu übernehmen.
Dies, so Birgitta Pieters, könne nur dann gelingen, wenn jede einzelne Person die Frage nach dem Sinn des eigenen Tuns für sich beantworten könne. Fabian Borys knüpfte nahtlos an diese Feststellung an. Wie zu einem Labyrinth gehörten Hindernisse und Umwege zum Leben dazu. Man müsse sie als Teil eines Lernprozesses verstehen. Was planlos beginne, müsse nicht orientierungslos enden: Der Erhalt der Demokratie sei mehr denn je Auftrag aller.
Im Anschluss ließen die Oberstufenkoordinatoren Timo Quast (MK) und Patrick Vollmert (GymSL) die vergangenen Jahre Revue passieren. Die Erfahrungen auf der Kursfahrt in die Toskana und die gemeinsame Kursfeier hätten diese Stufe zusammengeschweißt, so Vollmert. Nun sei zwar das Zentrum des Labyrinths mit dem bestandenen Abitur erreicht, aber der Weg ins eigene Leben müsse noch gefunden werden. Ausdauer, Selbstvertrauen und die Fähigkeit, das eigene Handeln zu reflektieren, seien hierbei zentral, und jeder Einzelne habe es selbst in der Hand.

Timo Quast brachte es abschließend auf den Punkt: Zwar wohne nach Hermann Hesse sicherlich „jedem Anfang ein Zauber inne“, aber es brauche zudem Mut, die Orientierung nicht zu verlieren, nicht stillzustehen, sondern sich persönlich weiterzuentwickeln.
Sarah Dommes und Saimon Chowdhury sprachen im Namen der Stufe all denjenigen ihren Dank aus, die sie auf dem Weg zum Abitur unterstützt haben. Die Stufe habe bei aller Verschiedenheit der Personen den Spaß nie aus den Augen verloren. Sie hoben auch den Gemeinschaftssinn der Abiturientia hervor, der es Neulingen schnell ermöglicht habe, Anschluss zu finden und Freundschaften zu schließen.
Es schlossen sich kurze Grußworte der Bürgermeister der Gemeinden Lennestadt, Kirchhundem und Finnentrop an, die, ebenso wie Hans-Gerd Mummel vom Trägerverein des Gymnasiums Maria Königin, persönlich der Feier beiwohnten.
Nach der anschließenden Übergabe der Abiturzeugnisse wurden die besten Abiturientinnen und Abiturienten geehrt. Zwei weitere Personen erhielten MINT-EC-Zertifikate, die ihnen ein hohes Maß an naturwissenschaftlichen Fähigkeiten bescheinigten.

Die Veranstaltung schloss mit der Vergabe des „Sparkassenpreises“ 2026, der Lubomir Vymazal von Vorstandsmitglied Heinz-Jörg Reichmann (Sparkasse Attendorn-Lennestadt-Kirchhundem) überreicht wurde. Die Sparkasse würdigt damit das ehrenamtliche Engagement des Abiturienten, der u. a. als ehemaliger Stufensprecher den Aufbau eines Jugendparlaments in der Gemeinde Finnentrop vorangetrieben hat.
Musikalisch begleitet wurde die Feier von der Abiturientin Lana-May Bartnik und den Abiturienten Dennis Bergmann, Jonas Linn, Aleksander Kumor, Lubomir Vymazal und Fabian Brado.
Die Abiturientinnen und Abiturienten 2026
Attendorn: Lana-May Bartnik, Felix Robert Sangermann
Finnentrop: Yusa Kilian Behrens, Anni Berkowitz, Leo Beste, Nicolas Ryan Gerk-Dömmecke, Evelina Gert, Melanie Beate Glied, Esther Hoffmann, Anna Sophie Lamers, Mohammad Rahhal, Veronika Schmidt, Alina Schmidt-Degenhardt, Pascal Stazzone, Theresa Sophie Vielhaber, Amy Sophie Voosen, Lubomir Vymazal, Oskar Zbigniew Witulski
Kirchhundem: Aleksander Marcin Kumor, Sayene Jamnik Pernarcic, Sontene Jamnik Pernarcic, Maja Schmies, Jessica Izabela Stach, Adrian Tigges
Lennestadt: Dennis Bergmann, Dilay Cakir, Sarra Cherni, Sarah Marie Dommes, Luke Droste, Lorisa Duriqi, Ricarda Friedrichs, Leni Hebbecker, Anjali Marie Keil, Jette Kilgus, Dilara Kotan, Felix Kremer, Jonas Linn, Sophie-Marie Pott, Ngavician Ramiqi, Vadim Schmidt, Simon Christian Schulte,
Plettenberg: Helene Heide Etzler
Schmallenberg: Noah Albers, Egzon Bellaqa, Lilly Katharina Eva Bonitz, Fabian Brado, Saimon Chowdhury, Laura Falke, John Gnacke, Maximilian Leismann, Fiona Lenzen, Nils Lingemann, Hilal Özkarci, Nico Püttmann, Simon Scheuer
